Lastspitzenmanagement - Meichle + Mohr GmbH

Kunde
Die Meichle + Mohr GmbH mit Sitz in Immenstaad/ Süddeutschland ist als mittelständisches Unternehmen im Bereich der regionalen Rohstoffgewinnung und -verarbeitung tätig.

Lösung
Kosteneinsparung durch Überwachung der Stromverbräuche mit Hilfe eines Lastspitzenmanagementsystems.

Rohstofferschließung und -verarbeitung
Die Unternehmensgruppe Meichle + Mohr GmbH mit 14 eigenen Standorten in Süddeutschland bis in den Schwarzwald hinein und einem Standort in der Schweiz, sowie mehreren beteiligten Firmen, erschließt Rohstoffe für die Baubranche und für die Industrie und stellen Produkte wie Fertigbeton, Pflastersteine und Rinnensysteme her. Das Angebot des Unternehmens umfasst außerdem ein breites Leistungsspektrum von der Abholung des Aushubmaterials und Bauschutts, Anlieferung der Baumaterialien und des Fertigbetons mit Hilfe von Betonpumpen-Fahrzeugen.

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Kostenfaktor Energieverbrauch
Der Energieverbrauch ist in einem Kies/Betonwerk ein großer Kostenfaktor. Die großen Stromverbraucher sind zum Beispiel Hammermühlen, die verschiedene Materialien unterschiedlich grob zermahlen und die Primärbrecher, die große Steinbrocken, die meist durch Sprengung gewonnen werden, zerkleinern. Besonders die Anlaufströme sind bei diesen großen Maschinen sehr hoch.
Die Stromanbieter stellen die Energie zu unterschiedlichen Tarifen zur Verfügung. Dabei wird unterschieden zwischen dem Arbeitspreis als Kosten je Kilowattstunde verbrauchter Energie und dem Leistungspreis, der sich nach der individuell vereinbarten bereitgestellten Energie richtet. Bei Überschreitung der festgelegten Lastspitze erhöht sich entsprechend der Tarif oder es müssen hohe Bußgelder bezahlt werden. Um den Lastspitzenbereich festzulegen, wird der Stromverbrauch in 15-Minuten-Intervallen betrachtet. Dieser Stromverbrauch sollte daher möglichst nicht über die Lastspitzengrenze hinausgehen, wenn diese hohen Kosten vermieden werden sollen.

Energieverbrauch überwachen
Mit dem FAS-Energieportal der Firma inray werden die Stromverbräuche der einzelnen Maschinen, und Anlagen erfasst und visualisiert. Die Anlagen können zu jeder Zeit in Echtzeit überwacht werden. Das FAS-Energieportal enthält alle Funktionen, die für eine Prozessvisualisierung notwendig sind, so dass leicht kundenspezifische Erweiterungen erstellt werden können. Im Unternehmen Meichle + Mohr GmbH wurden mit dem FAS (Factory Application Server) für die Lastspitzenüberwachung Web-Seiten erstellt, um die 15-Minuten-Intervalle zu überwachen und zu jedem Zeitpunkt den Stromverbrauch grafisch anzuzeigen. Über ein Balkendiagramm werden dabei die vier Parameter „Leistung aktuell“, „Verbrauchte Arbeit“, „Verbleibende Arbeit“ und „Verbleibende Zeit“ in unterschiedlichen Farben dargestellt und können beobachtet werden.

Alarmkonfiguration zur schnellen Reaktion
Kommt der Verbrauch in einen kritischen Bereich, mit einem vorgegebenen Schwellenwert, so wird dies über eine Alarmierung auf dem Bildschirm angezeigt. Der zuständige Anlagenbediener hat damit die Empfehlung, keinen weiteren hohen Stromverbraucher anlaufen zu lassen. Er kann jedoch ganz individuell entscheiden, welche Verbraucher zu diesem Zeitpunkt wichtig für die Produktion sind, und gezielt eine Überschreitung der Lastspitze vermeiden.

Hohe Flexibilität mit dem FAS-Energieportal
Über PC, Tablet oder Smartphone können die Vebräuche jederzeit und von jedem Ort aus überwacht werden. Es sind dafür keine zusätzlichen Installationen notwendig, der Web-Browser ist dafür ausreichend. Die Einrichtung neuer Zähler, die Konfiguration von Reports oder Historien im Chart erfolgen interaktiv über die Web-Oberfläche. Damit kann sich der Kunde sein ganz persönliches Monitoring selbst erstellen. Alle Systeme kommunizieren herstellerübergreifend mit Standardschnittstellen über den OPC Router der Firma inray zur Anbindung von SPSen oder Messgeräten. Der leistungsstarke OPC-Server von Kepware (KEPServerEX) realisiert die OPC-Vernetzung. Die inray Industriesoftware GmbH ist Kepware’s Preferred Distributor für Deutschland.

Lastspitzengrenze zur Kostenreduzierung anpassen
Durch die Überwachung der Stromverbräuche im gesamten Werk kann die Stromnutzung gleichmäßiger verteilt werden. Indem gezielter gesteuert wird, wann welche Maschine zum Einsatz kommt, laufen nicht alle großen Maschinen mit hoher Leistungsaufnhame zur gleichen Zeit, sondern optimal nacheinander an. Hohe Stromspitzen können somit vermieden werden. Ist die Leistungsaufnahme möglichst gleichmäßig, kann der Lastspitzenbereich beim Energielieferanten herabgesetzt werden und für eine erhebliche Kosteneinsparung sorgen.

Autorin:
Birte Wermann, inray Industriesoftware GmbH, Technische Redakteurin - 06/2016